Ich sass an einem Feature, das ich auf dem normalen Weg zwei Wochen gebracht hätte. Nichts Spektakuläres. Eine komplexe Datenverarbeitungslogik mit mehreren Abhängigkeiten, Unit Tests inklusive.
Mit KI-Unterstützung war es in drei Stunden fertig. Nicht als Prototyp. Als sauberer, testbarer Code.
Ich habe danach eine halbe Stunde nichts gemacht. Nicht weil ich erschöpft war.
Mich hat das Implikat getroffen: Wenn das stimmt. Und es stimmte. Dann hat sich das Verhältnis zwischen Idee und Umsetzung fundamental verschoben. Nicht in zehn Jahren. Jetzt.
Was sich verändert hat, ist nicht, dass KI den Code schreibt. KI schreibt keinen guten Code allein. Es braucht jemanden, der weiss, was guter Code ist, der Entscheidungen trifft, der reviewt, der die Architektur im Kopf hat. Was sich verändert hat: die Reibung zwischen dem, was ich denke, und dem, was entsteht, ist massiv kleiner geworden.
Das bedeutet, dass Dinge gebaut werden können, die früher nicht wirtschaftlich waren. Lösungen, die für ein einzelnes Unternehmen zu teuer wirkten. Produkte, die voraussetzten, dass man sich ein grosses Team leisten kann.
Dieser Dienstagabend hat nicht verändert, was ich kann. Er hat verändert, was möglich ist. Das ist ein Unterschied.


